OMR 2026 Recap: Was Marken dieses Jahr wirklich mitnehmen sollten
Zwei Tage OMR Festival liegen hinter uns und wie jedes Jahr gab es sehr viel AI, sehr viele Meinungen und ungefähr 400 Menschen gleichzeitig, die erklärt haben, dass Authentizität jetzt wichtiger denn je ist. Natürlich auf einer Bühne mit LED Wand im Wert eines Einfamilienhauses.
Trotzdem gab es dieses Jahr einige wirklich spannende Entwicklungen und genau die waren für uns interessant. Nicht nur als Agentur, sondern vor allem mit Blick darauf, was Unternehmen daraus konkret lernen können.
Denn am Ende bringt der beste Talk nichts, wenn man danach wieder exakt denselben LinkedIn Post macht wie vorher. Nur diesmal mit „AI“ irgendwo in der Headline.
Sichtbarkeit funktioniert nicht mehr wie früher
Die wahrscheinlich wichtigste Erkenntnis dieses Jahr: Menschen suchen anders.
Produkte, Dienstleistungen und Marken werden immer seltener klassisch entdeckt. Stattdessen passiert Sichtbarkeit direkt in Feeds, Plattformen und inzwischen auch in AI Antworten. Nutzer googeln weniger und scrollen mehr.
Das verändert gerade ziemlich viel.
Für Unternehmen bedeutet das vor allem eins: Eine Website allein reicht nicht mehr aus. Und „wir posten manchmal etwas“ leider auch nicht. Sichtbarkeit entsteht heute dort, wo Menschen ohnehin Zeit verbringen. Also auf Plattformen. Zwischen Rezeptvideos, Memes und Leuten, die erklären, warum man morgens erst Salzwasser trinken sollte.
Und genau dort konkurriert man plötzlich nicht mehr nur mit Wettbewerbern, sondern mit allem anderen, was Aufmerksamkeit will.
Marken müssen wieder interessanter werden
Ein Thema, das sich fast durch alle Talks gezogen hat: Marken müssen wieder mehr Persönlichkeit zeigen.
Speaker wie Tijen Onaran haben gezeigt, wie wichtig Sichtbarkeit und Wiedererkennbarkeit geworden sind. Gleichzeitig wurde bei Joko Winterscheidt ziemlich deutlich, warum Unterhaltung heute oft besser funktioniert als klassische Werbung.
Und ehrlich gesagt ergibt das auch Sinn.
Menschen folgen Menschen. Niemand wacht morgens auf und denkt sich: Hoffentlich sehe ich heute endlich wieder einen perfekt formulierten Unternehmenspost über Synergien.
Das bedeutet nicht, dass jetzt jede Marke plötzlich lustig werden muss. Aber Kommunikation muss wieder menschlicher werden. Weniger PowerPoint, mehr Perspektive.
Reichweite klingt gut, bringt allein aber wenig
Auch Community Building war dieses Jahr überall Thema. Und zwar endlich mal nicht nur als Buzzword auf irgendeiner Präsentation.
Die spannende Frage ist inzwischen nicht mehr nur, wie viele Menschen man erreicht. Sondern ob sich überhaupt jemand wirklich für die Marke interessiert.
Werden Inhalte gespeichert? Kommentiert? Weitergeschickt? Oder einfach nur kurz angesehen und direkt wieder vergessen wie der fünfte Motivationstalk auf LinkedIn diese Woche?
Viele Unternehmen fokussieren sich immer noch komplett auf Reichweite, obwohl langfristige Bindung deutlich wertvoller geworden ist.
Oder einfacher gesagt: Lieber 5.000 Leute, die wirklich zuhören, als 500.000, die nach zwei Sekunden weiterscrollen.
Hochglanz verliert gegen echte Inhalte
Was dieses Jahr ebenfalls auffällig war: Vieles wird wieder ehrlicher.
Content muss heute nicht mehr aussehen wie ein Werbespot aus einer Autowerbung von 2012, um zu funktionieren. Oft ist sogar das Gegenteil der Fall.
Gerade im Short Form Bereich performen Inhalte besser, wenn sie sich echt anfühlen. Nicht perfekt, sondern relevant.
Das heißt nicht, dass Qualität unwichtig wird. Gute Ideen, gutes Storytelling und starke Umsetzung bleiben entscheidend. Aber Nutzer merken inzwischen extrem schnell, wenn etwas nur gebaut wurde, um Aufmerksamkeit zu erzwingen.
Und dann passiert das, was im Internet am brutalsten ist: Gar nichts.
Was wir wirklich mitnehmen
Die OMR hat dieses Jahr nochmal ziemlich klar gezeigt, dass Marketing gleichzeitig technologischer und menschlicher wird.
AI verändert Prozesse. Plattformen verändern Sichtbarkeit. Aber am Ende reagieren Menschen immer noch auf Dinge, die relevant sind, unterhalten oder irgendetwas auslösen.
Genau deshalb wird gutes Branding gerade wichtiger und nicht unwichtiger.
Für uns war das Festival vor allem eine gute Gelegenheit, Entwicklungen einzuordnen und zu verstehen, welche Veränderungen wirklich bleiben und welche in sechs Monaten wieder verschwunden sind. Wahrscheinlich ungefähr gleichzeitig mit dem nächsten „ultimativen Growth Hack“.
Und genau dieses Wissen nehmen wir jetzt mit zurück in unsere Projekte. Damit unsere Kunden nicht einfach nur sichtbar sind, sondern relevant bleiben.